Von einer sehr netten Familie konnte ich einen "Nanocomputer" des italienischen Herstellers SGS-Ates erstehen. Ein wunderschöner Lerncomputer auf Z80 Basis. Baujahr 1980(!). Die erste Bestandsaufnahme sah so aus:
Netzschalter und Netzsicherungshalter defekt. Anschlusskabel stark gequetscht. Ansonsten altersüblicher Staub und dreck aber keine grösseren Beschädigungen oder fehlende Teile. Also erstmal alles komplett zerlegen und reinigen.
Als erstes habe ich mir das Netzteil genauer angesehen. Alle Elkos ausgebaut und geprüft. Dabei fiel auf dass die beiden 2200uF Elkos komplett hinüber waren und erneuert werden mussten. Alle anderen waren noch in erstaunlich gutem Zustand so dass ich sie wieder eingelötet habe. Die vier Spannungsregler sahen auch nicht mehr so gut aus. Insbesondere die Wärmeleitpaste hatte es hinter sich. Also alles gereinigt und vier neue Spannungsregler eingebaut. Alle vier Spannungsn waren danach ordnungsgemäß vorhanden.
Ein erster vorsichtigher Einschalttest ergab, dass die LED "SW3" dauerhaft leuchtete. Das deutete auf ein defektes IC 74LS368 hin. Ich habe es daraufhin ausgebaut und der Tester bestätigte meine Vermutung.
Ich habe an die Stelle des defekten ICs einen Sockel gelötet und ein neues IC eingesetzt. Alle anderen ICs der unteren Platine habe ich ebenfalls ausgelötet und gesockelt.
Danach kam das Bedienteil dran. Zerlegen, reinigen, zusammenbauen.
Als letztes war die Hauptplatine dran. Eine Überprüfung der 4027 Speicherchips ergab, dass 3 von 8 Chips defekt waren. Da es sich um 1-Bit Speicher handelt wird der Computer nur mit 8 intakten Chips funktionieren. Bei der Suche nach Ersatz bzw. Alternativen habe ich in den Technischen Unterlagen entdeckt, dass man auch 4116 Speicherchips verwenden kann. Diese sind deutlich einfacher zu bekommen als die 4027er. Ausserdem sind sie günstiger und haben mehr Speicherkapazität. Es müssen beim Umbau die Lötbrücken 22,39,40,41 entfernt und die Brücken 31,42,43,44 gesetzt werden !
Um weiteren unliebsamen Überraschungen vorzubeugen, habe ich mich dazu entschlossen alle ICs auf der Hauptplatine auszubauen, zu Testen, und gesockelt wieder einzubauen. Auch die bereits verbauten Sockel habe ich ausgelötet und durch neue ersetzt.
Das hat zwar einige Stunden Lötarbeit in Anspruch genommen, aber so bin ich sicher dass keine defekten Chips mehr für unangenehme Überraschungen sorgen können.
Am Ende sah das ganze dann so aus: